Project Card
You are in: Medio Oriente  Giordania
Name des Projekts
Unterstützung der Flüchtlinge aus dem Irak und der Bürger aus Jordanien
Begünstigte
Direkt unterstützt: 150 Flüchtlinge aus dem Irak und 45 aus Jordanien (indirekt unterstützt: 720 Flüchtlinge aus dem Irak und 80 aus Jordanien
Stand des Projekts
in Gang
Beschreibung

Beschreibung

Seit August 2014 sind tausende Einwohner Iraks nach Jordanien gezogen, nachdem sich der sogenannte islamische Staat (IS) im Irak immer weiter ausbreitete und das Leben der Menschen, die Minderheiten religiöser Gruppierungen angehörten, aufs Spiel setzte. Viele mussten ihre Häuser, ihr Land, ihre Träume zurücklassen, um in sicherere Gebiete des Landes zu ziehen. Andere flohen nach Jordanien um dort Hilfe, eine größere Stabilität und Sicherheit zu suchen.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen (UNHCR) waren es im September 2016,  59.196 registrierte Iraker. Der Großteil von ihnen lebt in Amman (89,6%). Davon sind 9,4% Senioren, 56,8% Erwachsene und 33,8% Kinder.

Seit einigen Jahren nimmt Jordanien auch eine sehr große Anzahl syrischer Flüchtlinge auf (im Jahr 2016 waren es über 600.000). Die Regierung hat den syrischen Notfall (im Vergleich zu den anderen Flüchtlingen) als den gravierendsten eingestuft. Bestimmten Flüchtlingen wird von der Region die Möglichkeit geboten, in drei Sektoren zu arbeiten: im Bauwesen, in der Landwirtschaft und in der Straßenreinigung.

Diese Möglichkeiten werden den irakischen Flüchtlingen, die in Jordanien registriert sind, nicht gegeben, sie haben kein Recht auf regelmäßige Arbeitsverträge. Um zu irgendeinem Lohn zu kommen, arbeiten sie schwarz, werden ausgenützt oder unterbezahlt, auch Kinderarbeit wird damit gefördert. Irakische Flüchtlinge können nur innerhalb der kirchlichen Strukturen arbeiten und auch dort nur als Tagelöhner.

Seit Beginn dieses Notstands im Jahre 2014 gelang es der Caritas Jordaniens (CJ), mit Unterstützung der lokalen Regierung und in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und mit anderen Organisationen im Land, 3.500 Flüchtlingsfamilien aus dem Irak

(fast 12.000  Menschen) mit Nahrungsmitteln zu versorgen, für das Wohnen, die Gesundheit, die Bildung und den rechtlichen Schutz einzutreten. Seit einigen Jahren bemüht sich die Caritas außerdem auch noch um Projekte zur Weiterbildung.

AMU  beschloss mit der Caritas eine Zusammenarbeit anzubahnen, gerade um diesen Aspekt zu unterstützen. Im November 2016 wurde ein neues Bildungsprojekt zugunsten von 150 Flüchtlingen aus dem Irak und von 45 Personen aus Jordanien, in gefährdetem Zustand, gestartet. In den letzten Monaten wurde das Projekt erweitert mit dem Ziel, den Begünstigten durch konkrete Mittel zu helfen, wirtschaftlich selbständig zu werden.

Die wichtigsten vom Projekt vorgesehenen Aktivitäten sind:

-Grundkurs über sanitäre und kulturelle Kenntnisse in Bezug auf die Lage der Flüchtlinge

-gezielte Ausbildung um die persönlichen Fähigkeiten zu verbessern, wie etwa die sprachlichen Kenntnisse

-praktische und theoretische Kurse mit der direkten Zielsetzung der Arbeitssuche oder des Aufbaus eines selbständigen Betriebs

-Ausbildung und Begleitung um unternehmerische Fähigkeiten zu festigen

-Lieferung von Ausrüstung und technischen Hilfsmitteln zum Start von Mikroprojekten

-Auswahl von 100 Begünstigten für eine Beschäftigung der Dauer von 50 Tagen in einem Zeitraum von 6 Monaten (mit Tageslohn)

Neulich erwarb die Caritas Jordanien als Geschenk ein Grundstück mit 640 Olivenbäumen, zwei Glashäusern und einem Ziehbrunnen zur Bewässerung, daneben eine Struktur mit großflächigen, verfügbaren Räumlichkeiten. Gerade hier konzentrieren sich nun die Bildungstätigkeiten, die zuvor in den Städten Amman, Zarqa, Balqa und Madaba stattfanden.

Auf dem erworbenem Grundstück wurden einige Container zur Verwirklichung mehrerer Mikroprojekte aufgestellt: die Verarbeitung der gesammelten Oliven sowohl als Nahrungsmittel als auch zu kosmetischen Zwecken. Mit der Zeit wird man auch Reben und in den Glashäusern Arzneikräuter anbauen können; es wird daran gearbeitet, den Ackerbau in biologischen Anbau umzusetzen.

Außerdem wurde ein Tischlereibetrieb zur Erzeugung von Möbel fürs Freie, aus alten Sitzbänken, gegründet: der Anfang scheint vielversprechend zu sein und es ist voraussehbar, dass der Betrieb gute Einkünfte erbringen kann. Mit der Zeit und mit einer angemessenen Investition sollten die verschiedenen Mikroprojekte Fuß fassen und etwa hundert Menschen einen fixen Arbeitsplatz gewährleisten.

Gesamtkosten
€ 234.518,97
von AMU erbetener Betrag
€189.074,70 (€135.125,00 Anfangsbeitrag + €53.949,70 Ausbau des Projekts)